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Liebe Freunde der Priesterbruderschaft St. Petrus,

wie Sie wissen, ist die Priesterbruderschaft St. Petrus in besonderer Weise mit der Ewigen Stadt verbunden. Im Jahr 1988 wurde unsere Gemeinschaft in Rom gegründet. Sowohl Papst Johannes Paul II. als auch der damalige Kardinal Ratzinger waren entscheidend an der Gründung beteiligt. Außerdem haben wir damals die Gnade erhalten, für unsere Gemeinschaft den Namen des Apostelfürsten und Patron Roms, des hl. Petrus wählen zu dürfen. Keine Gemeinschaft, die in den letzten zwei Jahrhunderten gegründet wurde, trägt diesen Namen. Seitdem die Gründer unserer Gemeinschaft in diesem Gründungsakt ihre besondere Treue gegenüber dem Nachfolger Petri bekundet haben, war unsere Gemeinschaft stets in der Ewigen Stadt präsent. Während unseres nun knapp 20-jährigen Bestehens, wurden 15 Kleriker der Bruderschaft an römische Universitäten gesandt, um dort das Lizentiat oder das Doktorat zu erwerben. Seit 1997 war unseren Priestern in Rom die kleine Kapelle St. Gregorio anvertraut.

So darf ich Ihnen nun mit großer Freude im Namen der Priesterbruderschaft St. Petrus mitteilen, dass am Ostersonntag (23. März 2008) das römische Vikariat der Petrusbruderschaft mit der Kirche „Ss. Trinità dei Pellegrini“ eine Personalpfarrei übertragen hat. Es ist eine Ehre für die Bruderschaft, dass der Heilige Vater diese Personalpfarrei für den außerordentlichen Ritus im Herzen Roms errichtet hat und dass diese Pfarrei der Priesterbruderschaft durch Kardinalvikar Camillo Ruini übertragen wurde. Ein herausragendes Beispiel zur Umsetzung des Motu Proprio „Summorum Pontificum!“ Wir sind sehr erfreut darüber, dass Rom, als das Herz der Kirche, die erste Diözese Europas ist, die unserer Bruderschaft eine Personalpfarrei anvertraut.

Die Kirche Ss. Trinità dei Pellegrini liegt mitten im historischen Zentrum der Stadt Rom, nahe der Brücke „Ponte Sisto“ und nur 100 m vom „Palazzo Farnese“ enfernt. Die Kirche wurde Anfang des 17. Jahrhunderts errichtet und hat eine reiche Geschichte. Erbaut wurde sie von der „Erzbruderschaft der Pilger und Kranken der Allerheiligsten Dreifaltigkeit“, die vom hl. Philipp Neri zum Zweck der Beherbergung und Versorgung der Rompilger gegründet wurde. Die Kirche bildete ein Zentrum für das Wirken des hl. Philipp, der oft als dritter Apostel der Ewigen Stadt bezeichnet wird. Seine Mission war es, die Gläubigen durch Prozessionen, Andachten und durch die Liturgie zu einem neuen Eifer im Glaubensleben zu führen. Diese ursprüngliche Bestimmung der Kirche, Pilger zu empfangen und zu versorgen, bestärkt den neuen Auftrag der Priesterbruderschaft in Rom.

Gemäß der typischen Bauweise römischer Kirchen zur Zeit der Gegenreformation, besitzt die Kirche Ss. Trinità dei Pellegrini einen großen Altarraum ohne Chorgestühl, was den Gläubigen ermöglicht, den heiligen Handlungen besser zu folgen. Ebenso sind die acht Seitenkapellen (zwei größere und sechs kleinere) so angeordnet, dass sie nicht die Aufmerksamkeit vom Hauptaltar ablenken. Die Kirche enthält mehrere interessante Kunstwerke, darunter z.B. das Bild „Maria mit Kind und den hll. Fransiskus und Augustinus“ von Guiseppe Cesari (auch Cavaliere d’Arpino genannt), unter dessen Führung der Künstler Caravaggio während seines Aufenthalts in Rom arbeitete. Desweiteren ist in der Kirche das berühmte Bild der „Messe des hl. Gregor“ von Iacopo Zucchi zu bewundern, ein bedeutendes Zeugnis der römischen Liturgie im ausgehenden 16. Jahrhundert. Das herausragendste Kunstwerk der Kirche ist indessen die majestätische Zeichnung der „Dreifaltigkeit“ von Guido Reni aus Bologna. Im Jahre 1625 gab Kardinal Ludovisi, Neffe von Papst Gregor XV., dieses wunderbare Kunstwerk bei dem bereits 50-jährigen Künstler in Auftrag, der damit eine Variante des „Gnadenstuhl-Motivs“ realisierte; Gott Vater wird an der Spitze des Bildes mit offenen Armen dargestellt, der Hl. Geist in dessen Brusthöhe, und unter ihm die Darstellung des Gekreuzigten. Der Körper Jesu Christi ist in leuchtend weißer Farbe dargestellt, so dass er sich deutlich von dem farbenprächtigen Hintergrund abhebt, in Anspielung auf die Elevation des Leibes Jesu Christi, unter der Gestalt der weißen Hostie in der hl. Messe, die am Hochaltar direkt unter dem Bild zelebriert wird. Diese Retabel wird als eine der schönsten Roms angesehen.

Das Vikariat wollte mit dieser Pfarrei nicht nur ein Zentrum für die Gläubigen der Stadt schaffen, sondern auch ein Ort für jene Rompilger, die sich der traditionellen hl. Messe verbunden fühlen. Das römische Vikariat wies von Anfang an darauf hin, dass der Status einer Personalpfarrei den Gläubigen in angemessenster Weise ermöglicht, aktive Mitglieder ihrer Pfarrei zu sein und sich in dieser Kirche zu Hause zu fühlen.

Dieser Status ermöglicht auch die beste Verbindung des Priesters zu seinem Bischof und gibt klare Kompetenzbereiche vor. So bildet unser Priester, wie jeder Pfarrer, die Brücke der Gläubigen zu ihrem Hirten, dem Bischof. Eine zweite Absicht in Verbindung mit dieser wunderbaren Kirche ist es, ein Beispiel für die volle Entfaltung der „forma extraordinaria“ in all ihrer Schönheit zu geben. Eine der hauptsächlichsten Bemühungen der Priesterbruderschaft St. Petrus wird es sein, in dieser Kirche ein authentisches liturgisches Leben zu schaffen, gemäß den Worten Papst Benedikts XVI. die „angesammelten Schätze des Kultes und der Kultur“ im römischen Ritus den Gläubigen zu übermitteln. Gut ausgebildete Altardiener und kompetente Musiker werden den hl. Messen und Offizien einen würdigen Rahmen verleihen.

Seit Jahren bietet die Russische Hochschule in Rom ein lebendiges Beispiel der Schönheit der orientalischen Riten, die mit ihrer ganzen Feierlichkeit zelebriert werden. Zahlreiche Priester und Gläubige haben diesen Ritus besucht, um ihn kennen- und schätzen zu lernen. Es ist nun unsere Aufgabe dies nun auch für den klassischen römischen Ritus in der Ewigen Stadt zu etablieren. Wie viele Pilger und junge Priester werden in der Kirche Trinità dei Pellegrini erstmals diese wunderbare Liturgie in ihrer außerordentlichen Form kennenlernen! Dies ist eine große Herausforderung an unsere Gemeinschaft, aber eines ermutigendes Zeichen. Danken wir Seiner Heiligkeit Papst Benedikt XVI. von ganzem Herzen für diese Gelegenheit.

Ich bitte um Ihr Gebet für diese Aufgabe, die nicht nur für unsere Gemeinschaft sondern für die ganze Kirche von großer Bedeutung ist. Mit Freude werden wir die Kirche Trinità dei Pellegrini für alle Offizien und Messfeiern anlässlich unseres 20-jährigen Jubiläums nutzen, das wir am kommenden 18. Oktober begehen werden. Ich hoffe auch viele von Ihnen zur Inauguration unserer römischen Pfarrei am 8. Juni in Rom zu treffen oder zu einem anderen Zeitpunkt in naher Zukunft im Herzen der Christenheit, dem Sitz des Nachfolgers Petri.

H.H. P. John Berg FSSP, Generaloberer