Kommuniqué der Priesterbruderschaft St. Petrus infolge des Dekrets der Bischofskongregation
Freiburg (CH), Samstag, den 24. Januar 2009 - www.fssp.org
Die Bischofskongregation veröffentlichte heute ein Dekret zur Aufhebung der Exkommunikation über die vier Bischöfe, die Erzbischof Marcel Lefebvre im Jahr 1988 ohne päpstlichen Auftrag geweiht hatte. Die Priesterbruderschaft St. Petrus möchte ihre Freude über diesen neuen, wichtigen Schritt in Richtung Einheit ausdrücken.
Seit ihrer Gründung bezeugte die Priesterbruderschaft St. Petrus ihre Anhänglichkeit sowohl an den Hl. Stuhl als auch an die Tradition der Kirche, indem sie inständig um eine Versöhnung der Bruderschaft St. Pius X. mit Rom betet.
In dieser Stunde schließt sich die Priesterbruderschaft St. Petrus dem Wunsch des Hl. Stuhles an, „dass diesem Schritt nun eine umgehende Verwirklichung der vollen Gemeinschaft mit der Kirche seitens der ganzen Bruderschaft St. Pius X. folge, auf dass die wahre Treue und Anerkennung des Lehramtes und der Autorität des Papstes mit dem Beweis der sichtbaren Einheit bezeugt werde“ (aus dem Dekret der Bischofskongregation vom 21. Januar 2009).
Die Priesterbruderschaft St. Petrus bringt ihre große Dankbarkeit gegenüber dem Hl. Vater zum Ausdruck. Sie sieht in dieser großzügigen Geste einen Aufruf zur Einheit aller Katholiken, gegenüber allen Widersprüchen unserer Zeit das Königtum Jesu Christi in der Welt auszubreiten.
Presseerklärung des Distriktsoberen des Deutschsprachigen Distriktes:
Die Priesterbruderschaft St. Petrus freut sich - wie aus der Presseerklärung des Generalates hervorgeht - über die Aufhebung der Exkommunikation mit der die Bischöfe der Priesterbruderschaft St- Pius X. belegt waren. Wir distanzieren uns aber entschieden und ausdrücklich von allen Aussagen bezüglich der Shoa, die Mons. Richard Williamson vorgebracht hat. Unseren Hl. Vater Papst Benedikt XVI. unterstützen wir nicht zuletzt auch durch unser Gebet besonders in jenen Anliegen, die er bei der Generalaudienz vom 28. Januar wie folgt formuliert hat:
"Bei der Homelie zu meiner feierlichen Amtseinführung have ich gesagt, es sei "ausdrücklich" Auftrag des Hirten "der Ruf zur Einheit", und indem ich die diesbezüglichen Worte des Evangeliums kommentierte, habe ich gesagt: 'Und obwohl es so viele waren, zerriß das Netz nicht'. Nach diesen Worten des Evangeliums fuhr ich fort: 'Ach, lieber Herr, nun ist es doch zerrissen, möchten wir klagend sagen. Aber nein – klagen wir nicht! Freuen wir uns über die Verheißung, die nicht trügt und tun wir das Unsrige, auf der Spur der Verheißung zu gehen, der Einheit entgegen. Erinnern wir bittend und bettelnd den Herrn daran: Ja, Herr, gedenke deiner Zusage. Laß einen Hirten und eine Herde sein. Laß dein Netz nicht zerreißen, und hilf uns Diener der Einheit zu sein!' Genau in der Erfüllung dieses Dienstes um die Einheit, der in besonderer Weise mein Amt als Nachfolger Petri kennzeichnet, habe ich vor einigen Tagen den Nachlass der Exkommunikation für die vier Bischöfe entschieden, die 1988 von Erzbischof Lefebvre ohne päpstlichen Auftrag geweiht worden waren. Ich habe diesen Akt der väterlichen Barmherzigkeit gesetzt, weil diese Prälaten mir wiederholt ihr tiefes Leiden an der Situation bekundeten, in der sie sich befanden.
Ich wünsche, dass auf diese meine Geste das umgehende Bemühen von ihrer Seite folgt, die weiteren notwendigen Schritte zu setzen, um die volle Einheit mit der Kirche zu realisieren. Auf diese Art sollen sie echte Treue und echtes Anerkennen des Lehramtes und der Autorität des Papstes und des II. Vatikanischen Konzils bezeugen."
„In diesen Tagen, in denen wir der Shoah gedenken, kommen mir Bilder meiner wiederholten Besuche in Auschwitz wieder in Erinnerung, einem der Lager, in dem der höhnische Mord an Millionen von Juden, den unschuldigen Opfern eines blinden Rassen- und Religionshasses, verübt wurde. Während ich erneut aus ganzem Herzen meine volle und unbestreitbare Solidarität mit unseren Brüdern, den Trägern des ersten Bundes, zum Ausdruck bringe, wünsche ich, dass die Shoah die Menschheit dazu anstiftet, nachzudenken über die unvorhersehbare Macht des Bösen, wenn es das Herz des Menschen ergreift. Die Shoah sei für alle eine Mahnung gegen das Vergessen, gegen die Leugnung oder die Reduzierung. Denn Gewalt, die gegen einen einzigen Menschen ausgeübt wird, wird gegen alle verübt. ,Kein Mensch ist eine Insel’, schrieb ein bekannter Poet. Die Shoah möge sowohl die alten als auch die jungen Generationen lehren, dass nur der mühsame Weg des Aufeinander-Hörens, des Dialogs, der Liebe und der Vergebung die Völker, Kulturen und Religionen der Welt zu gewünschten Ziel der Brüderlichkeit und des Friedens in Wahrheit führt. Gewalt soll die Würde des Menschen nie wieder demütigen.“
Mögen diese Worte des Papstes alle entstandenen Wunden heilen!
P. Axel Maußen FSSP
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