Presseerklärung des Oberen des deutschsprachigen Distrikts der Priesterbruderschaft St. Petrus zum Motu Proprio Summorum Pontificum
Die Priesterbruderschaft St. Petrus in den deutschsprachigen Ländern begrüßt aus ganzem Herzen mit großer Dankbarkeit die schon lange erhoffte Veröffentlichung des Motu Proprios „Summorum Pontificum“ unseres Heiligen Vaters Benedikt XVI., das die erweiterte Zulassung der überlieferten Liturgie regeln soll.
Das Dokument stellt die wesentliche Rolle der Liturgie als solcher in der Feier und in der Vermittlung des Glaubens im Leben der Kirche heraus. Mit besonderer Freude erfüllt uns dabei die hierin erfolgte Klarstellung über den bedeutenden Platz, den das Missale des seligen Johannes XXIII. im Leben der Kirche einnimmt. Wir begrüßen ferner, daß seitens des Hl. Vaters festgestellt wird, daß diese Meßliturgie auch im Zuge der nachkonziliaren Liturgiereform offiziell niemals abgeschafft worden ist und daß die vier liturgischen Bücher von 1962, nämlich Missale, Rituale, Pontifikale und Brevier gleichermaßen in den Genuß einer erweiterten Zulassung kommen, wobei hervorzuheben ist, daß insbesondere die Feier der Meßliturgie in der älteren Form des römischen Ritus nicht mehr nur als Sonderfall zu bestimmten Anlässen, sondern als eine alltägliche Möglichkeit herausgestellt wird.
Ein weiterer sehr positiver Punkt ist die Ermutigung zur Errichtung von Personalpfarren für jene Gläubigen, die die ältere Form des römischen Ritus bevorzugen.
Alle diese Faktoren zeigen das ehrliche Bemühen des Hl. Vaters, jenen, die den überlieferten Ritus vorziehen, die ganze Fülle des katholischen sakramentalen Lebens zu gewährleisten.
In den vergangenen, bald neunzehn Jahren seit ihrer Gründung, durfte die Priesterbruderschaft St. Petrus die im Motu Proprio nun einem erweiterten Kreis zugestandenen Punkte bereits vielerorts verwirklichen. Wir hoffen, daß unsere im Sinne des Motu Proprios für die ganze Kirche bereichernde Arbeit in der Vergangenheit die Befürchtungen all derer zerstreuen helfen, die nun glauben, daß die Umsetzung dieses Dokuments zu Streit und Uneinigkeit führen wird.
Wir beten mit der ganzen Kirche, daß das Dokument von allen mit dem Verlangen nach voller Umsetzung seiner Anordnungen aufgenommen wird und bieten als Gemeinschaft, die der älteren Form des römischen Ritus verpflichtet ist, allen dazu jede erdenkliche Form von Hilfe an, sei es indem wir Priester für die Seelsorge an den mit dieser Form des Ritus verbundenen Gläubigen zu Verfügung stellen, sei es, indem wir Priester und Laien in dieser Liturgie schulen.
Wien, am 07.07.07
P. A. Maußen FSSP, Distriktsoberer
